Rustikal trifft elegant: Das Heurigen im Restaurant Lohninger

Rustikal trifft elegant: Das Heurigen im Restaurant Lohninger

Print Friendly, PDF & Email

Letzte Woche waren wir zum Heurigen im Restaurant Lohninger eingeladen. Ich muss zugeben, dass ich zu Beginn etwas skeptisch war, weil ich mir einfach nicht vorstellen konnte, wie die Atmosphäre werden würde. Denn das Lohninger ist ein sehr elegantes und feines Restaurant und das „Heurigen“ ein rustikaler Brauch aus Österreich, bei dem Bauern ihre eigenen Erzeugnisse ausschenken und servieren. Ihr merkt selbst, dass dies eine Kombination ist bei der man denkt, sie würde nicht zusammen passen. Doch ihr werdet im Verlauf meines Beitrags schnell erkennen, dass dies nicht der Fall ist, denn Rustikalität und Eleganz sind ein genussvolles Paar.

Fangen wir mal mit etwas Geschichte an: Zusammen mit seiner Mama Erika und seinem Papa Paul, führt Mario Lohninger seit 2012 das gleichnamige Restaurant. Zuvor betrieb Mario die Restaurants Micro und Silk, die in Sven Väths Cocoon Club angesiedelt waren, in letzterem erkochte er sogar einen Micheline Stern. Zudem wurde Mario in 2011 zum Koch des Jahres gewählt und erhielt für das Lohninger 16 Punkte im Gault Millau. Die Rollen sind klar geregelt, Mama Erika leitet den Service und gestaltet die Weinkarte, Papa Paul kümmert sich um das Heurigen und Mario führt die Küche. Ein unschlagbares Trio, die sich trotz Stress und Erfolg immer viel Zeit für ihre Gäste nehmen. So wird das Heurigen im Restaurant Lohninger zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Heurigen im Restaurant Lohninger

Das Restaurant liegt mitten in der Stadt, in der Schweizer Str. 1, einem Eckhaus direkt am Mainufer Sachsenhausens. Von außen ist das Lohninger jedoch fast schon unscheinbar, lediglich ein kleines Vintage-Schild mit einem großen „L“ sowie die Fensterfront lassen erkennen, dass es sich hier um ein Restaurant handelt. Der schlichte Schick spiegelt sich in der Inneneinrichtung wieder. So findet man edle Holztische, die zum Heurigen (im Gegensatz zum normalen Restaurantbetrieb) nicht mit weißer Tischwäsche eingedeckt werden und gemütlich ausgepolsterte Sitzbänke. Die Dekoration ist ebenfalls schlicht aber elegant, mit ein paar rustikalen Akzenten.

Los ging das Heurigen, nach einer herzlichen Begrüßung von Mama Lohninger, mit einem feinen Gläschen Rosé und einem unheimlich leckeren Kartoffel-Mais- sowie Bauernbrot. Dazu wurde Butter und Liptauer gereicht. Liptauer ist ein pikanter Aufstrich, der aus einem gesalzenen Schafsmilch-Frischkäste hergestellt wird und ein wichtiger  Bestandteil des Heurigen im Restaurant Lohninger ist.

Anschließend wurde auch schon das Buffet eröffnet, das die Familie liebevoll Brot & Jausen nennt. Hier gab es neben Kalbstafelspitzsülze, saure Essigzwiebeln, hausgemachte Blunz’n, Leberwurst und Kren, noch hausgeräucherter Speck und Bergkäse. Man kann der Versuchung einfach nicht widerstehen, sich den Teller randvoll zu packen, weil schon der Duft der feinen Köstlichkeiten, einem das Wasser im Munde zusammen laufen lässt. Nach den ersten Bissen wird auch schnell klar, dass die österreichischen Spezialitäten von bester Qualität sind.

Die restlichen Gänge werden serviert. Wobei das nächste Highlight dabei nicht lange auf sich warten lässt. So ist es Papa Pauls Ritual geworden, das Bio Schwein’s Brat’l  mit der krossen Haut vor Publikum anzuschneiden. Dieser Schweinebraten war der absolute Wahnsinn. Für mich, nach der Brotzeit, das Beste Gericht an diesem Tag. Das Fleisch war sehr zart und saftig und die Haut einfach nur  Hammer. Ich habe noch nie eine so krosse und leckere Haut gegessen. Als Beilage wurden Krautsalat, Serviettenknödel und Majoransaft serviert.

Weitere warme Speisen waren ein sehr saftiges Grillhend’l mit Vanille-Spargel, ein leckeres faschiertes Kalbsbutterschnitzel mit Zuckererbsen sowie ein leichter gegrillter Heilbutt mit Fenchelconfit und Rhabarber. Nach dem man die ersten 5 Gänge hinter sich hat, kann man sich beim besten Willen nicht mehr vorstellen, noch etwas zu essen. Bis der Service mit diesem unglaublich leckeren Topfenmousse mit Erdbeeren und Butterbrös’l um die Ecke kommt, gefolgt von einem Kaiserschmarren mit Vanilleeis.

Ich bin immer noch so begeistert von diesem Erlebnis und werde ganz sicher bald ein weiteres Mal zum Heurigen gehen. Diesmal werde ich aber 3 Tage vorher nichts essen, denn nach diesen 3 Stunden platzt man förmlich aus allen Nähten. Wenn man die Portionen einzeln sieht, erscheinen Sie etwas klein aber als Gesamtes ist es unheimlich viel. Ich kann es euch wirklich ans Herz legen, das Heurigen einmal zu besuchen. Ihr werdet mindestens genauso begeistert sein wie ich es war, da bin ich mir sicher.

Die nächsten Termine für das Heurigen im Restaurant Lohninger sind am 16. Juli, 27. August, 24. September und 29. Oktober, jeweils von 12 bis 15 Uhr. Die Veranstaltung kostet 39,00 Euro pro Person, zzgl. Getränke. Eine Reservierung ist zu empfehlen, da die Tische weg gehen wie heiße Semmeln und die Termine relativ schnell ausgebucht sind.

Ich wünsche euch jetzt schon einmal viel Spaß!

Liebe Grüße,
eure Graziella ♥

Kommentar verfassen