Toskana – zauberhafte Schönheit, leckeres Essen und gute Weine

Toskana – zauberhafte Schönheit, leckeres Essen und gute Weine

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Ich träume schon seit langem von einer Reise in die Toskana und dieses Jahr war es nun endlich soweit. Voller Vorfreude auf einen tollen und unvergesslichen Urlaub, haben wir uns ein Apartment direkt am Hafen von Livorno gebucht und Ausflüge nach Florenz, Pisa, den weißen Stränden von Vada, der Weinstraße und der Etruskischen Riviera geplant. Da wir mit dem Auto gereist sind, standen jeweils auch eine Nacht am Luganer- und Vierwaldstättersee auf dem Programm.

So ging unsere Reise Mitte September los und wir haben die erste Nacht in Melide am Luganersee verbracht. Melide ist eine kleine süße Stadt in der italienischen Schweiz und wir hatten uns dort in einem Hotel direkt am See eingebucht. Die Schweiz hat mir sehr gut gefallen aber leider ist sie unheimlich teuer. In einer Pizzeria haben wir zwei Salamipizzen und ein Bier bestellt und sollten 45 Franken (!) zahlen. Nachdem wir gefragt haben, ob wir in Euro zahlen können, sagte der Kellner: „Klar! Dann macht es 45 Euro“. Beim Bezahlen mit einem 50 Euro Schein, gab er uns aber nur 5 Franken zurück. Aber ich muss zugeben, diese Pizza war einer der Besten, die ich je gegessen habe! Vielleicht lag es aber auch einfach nur an dem traumhaften Ausblick auf das türkisblaue Wasser, in dem sich die Berge widerspiegelten.

Am nächsten Tag fuhren wir dann endlich Richtung Süden und sind am Nachmittag in Livorno angekommen. Livorno ist nach Florenz die zweitgrößte Stadt der Toskana und besitzt einen der größten und wichtigsten italienischen Häfen. Unsere Wohnung hatte eine schöne Dachterrasse, von der aus man den kompletten Hafen sehen konnte. Wir haben dort oben viel Zeit verbracht und es wurde auch nie langweilig, die riesen Container- oder Kreuzfahrtschiffe zu beobachten, die ein- und ausfuhren. Ganz zu schweigen von den traumhaften Sonnenuntergängen oder den Abenden, an denen einzig der Strahl des Leuchtturms die Dunkelheit durchbrochen hat.

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Livorno ist eine Industriestadt und obwohl sie reich an Sehenswürdigkeiten ist – wie die unzähligen Kirchen und historischen Gebäude, die Klippen, die kilometerlange Strandpromenade welche von Palmen durchzogen wird, der beindruckende Marinestützpunkt oder der Blick in die Weinberge – übersieht man diese Schönheit irgendwie.

Am meisten hat mich der Mercato Centrale imponiert und vor allem inspiriert. Der Livorneser Zentralmarkt ist in einer riesigen Markthalle mit runden Fensterbögen und hohen Eisendecken. Hier reihen sich unzählige Verkaufsstände aneinander und von allen Ecken schreien die Marktverkäufer ihre Verkaufsparolen. Die Livorneser machen hier ihren Wocheneinkauf und Touristen findet man so gut wie keine. Das farbenprächtige Markttreiben lässt schnell den Alltag vergessen und obwohl es sehr laut und turbulent zugeht, zieht dieser Markt einen sofort in seinen Bann.  Ob Fleisch, fangfrischer Fisch, Gemüse, Obst oder selbstgemachte Pasta, hier findet man allerlei Zutaten für ein typisch toskanisches Essen.

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Da ich selbst im Urlaub unbedingt kochen möchte, buchen wir schon seit langem keine Hotelurlaube mehr sondern mieten uns in kleine Häuschen oder Apartments ein und so haben auch wir dort ordentlich eingekauft. Die Toskana hat mich generell kulinarisch sehr inspiriert und so habe ich viele leckere Rezepte ausprobiert, von denen ich euch vier vorstellen möchte.

Durch den großen Hafen mit seinen unzähligen Fischerbooten die dort liegen, muss man in Livorno einfach Fisch kaufen. Da ich ein Faible für Meeresfrüchte habe war es klar, dass es sie öfter geben würde. Wobei mir hier der zitronige Meeresfrüchtesalat und die Muscheln in Tomatensoße mit leichtem Marsala-Geschmack besonders gut geschmeckt haben.

Rezept:
Meeresfrüchte-Salat

Meeresfrüchtesalat

Für 2 Personen:
1 großer Pulpo
2 Lorbeerblätter
1 Zwiebel
1 kg Venusmuscheln
125 ml l Weißwein
300 g vorgeragte Garnelen
1/2 Romanasalat
1 Stange Staudensellerie
1 Möhre
1 Knoblauchzehe
1/2 Bund glatte Petersilie
1 Zitrone
Olivenöl
Salz & Pfeffer

Zubereitung:
Den Tintenfisch abwaschen, säubern und die Greifzange rausnehmen. Zwiebel abziehen und halbieren. Wasser in einem großen Topf zum Kochen bringen und etwas Salz dazugeben. Sobald das Wasser kocht, den Pulpo zwei Mal kurz eintauchen und wieder heraus nehmen, danach Topf von der Platte nehmen und Herd auf Stufe 1 stellen. Den Tintenfisch mit der Zwiebel und den Lorbeerblättern in das nicht mehr kochende Wasser geben. Topf wieder auf den Herd stellen und je nach Größe des Fisches ca. 2 Stunden ziehen lassen.

In der Zwischenzeit die Muscheln in kaltes Salzwasser geben und ca. 20 Minuten stehen lassen. Anschließend abgießen und gründlich reinigen. Auf geöffnete Muscheln leicht klopfen, sollten sie sich nicht schließen, bitte nicht verzehren. Ebenso wie Muscheln, deren Schale zerstört ist. Wasser aufkochen und Weißwein dazugeben. Muscheln hineingeben und zugedeckt ca. 10 Minuten dünsten. Anschließend absieben, auskühlen lassen und das Fleisch aus den Muscheln lösen. Diesmal die geschlossenen Muscheln aussortieren und wegwerfen.

Salat gründlich waschen, trocknen und in feine Stücke schneiden. Sellerie putzen, Möhren schälen, beides in dünne Scheiben schneiden. Knoblauch abziehen und fein hacken. Die Petersilie waschen, trocknen und fein hacken. Garnelen kalt abspülen und abtropfen lassen. Tintenfisch aus dem Wasser nehmen und an einem Stück testen, ob er weich ist, anschließend in Scheiben schneiden. Zitrone auspressen. Alle Meeresfrüchte in eine Schüssel geben und mit Olivenöl, Zitronensaft, Salz und Pfeffer abschmecken.

Aber auch das Gemüse hatte einen intensiveren Geschmack und dank unserer lieben Gastgeberin, habe ich tolle Rezepte zum Nachkochen bekommen, wie Auberginen mit Chili und Knoblauch oder Sesam-Grissinis zum selber Backen. Lecker waren auch die Zwiebelchen in Rotwein, die durch einen Schuss Balsamico eine milde Säure bekommen. Alles Rezepte, die ich hier zwar nochmal kochen werde aber bei denen ich mir sicher bin, dass sie im Urlaub unter einer traumhaften Kulisse am Meer einfach besser schmecken.

Rezept:
Rotweinzwiebeln & Sesamgrissinis

Rotweinzwiebel

Für 2 Personen:
250 g Perlzwiebeln
5 EL Rotwein
5 EL Balsamico
100 ml Gemüsebrühe
4 EL brauner Zucker
1 Knoblauchzehe
Olivenöl
Pfeffer

350 g Mehl
7 g frische Hefe
50 g Sesamkörner
1 EL Zucker
6 EL Olivenöl
1 Ei
1 TL Salz

Zubereitung:
Knoblauch abziehen und fein hacken, Zwiebel schälen und am Stück lassen. Zusammen in Öl anbraten und mit Zucker karamellisieren. Mit Brühe, Wein und Essig ablöschen und ca. 20 Min auf schwacher Hitze köcheln lassen. Topf vom Herd nehmen, Zwiebeln mit Pfeffer würzen und ca. 1 Stunde zugedeckt ziehen lassen.

Sesam in einer Pfanne ohne Fett leicht rösten. Herausnehmen und abkühlen lassen. Hefe in 150 ml lauwarmen Wasser auflösen. Mehl in eine Schüssel sieben und Hefewasser mit 5 EL Öl, 1 Eiweiß, Salz, Zucker und 2 EL Sesam dazugeben. Nun ca. 5 Minuten mit dem Knethaken der Küchenmaschine zu einem elastischen Teig kneten und zugedeckt an einem warmen Ort ca. 1 Stunde gehen lassen. 1 EL Öl mit dem Sesam gut vermengen. Teig halbieren, jeweils zu einem Strang rollen und aus jeder Rolle ca. 20 gleichgroße Stücke schneiden. Teig zu kleinen Kugeln formen und auf einer bemehlten Arbeitsfläche jede Kugel zu dünnen ca. 18 cm langen Stangen rollen. Anschließend auf ein mit Backpapier belegtes Blech geben und mit dem Sesam-Öl-Gemisch gut bestreichen. Im vorgeheizten Backofen bei 200 Grad (Ober- und Unterhitze) ca. 15 Minuten goldbraun backen.

In der zweiten Woche wollten wir uns die „wirkliche Toskana“ anschauen. Die Toskana, die bekannt ist für Ihre schönen Strände am weiten Tyrrhenischen Meer, die einzigartige Landschaft mit Zypressen, Pinien- und Olivenbäume sowie Weinreben, das mediterrane Flair, die guten Weine und die vielen sehr sehenswerten Städte mit ihrer hohen Dichte an Kulturdenkmälern.

Von Livorno bis zu den Hügeln von Piombino erstreckt sich die Etruskische Küste in ihrer vollen Pracht. Bekannt für die dunklen Sandstrände mit felsigen Küstenabschnitten, wurden große Teile mit der Bandiera Blu ausgezeichnet. Eine Auszeichnung die nur Strände erhalten, die sehr sauber und gepflegt sind. Diese Strecke sollte man mindestens einmal abgefahren sein, die Landschaft und der wahnsinnige Ausblick sind einfach atemberaubend.

Außerdem muss jeder Toskanaurlauber nach Florenz, Pisa und Siena, wobei wir letzteres leider nicht mehr geschafft hatten. Florenz hat mich rundum begeistert. Der Dom, die kleinen Gässchen, die ganzen Statuen und Denkmäler, die Piazza Michelangelo mit einem unglaublichen Ausblick auf Florenz und die Geschichte und Kultur sind hier nur Teile eines wundervollen Tages in dieser Stadt. Aber obwohl ich dachte, dass Pisa dies nicht toppen würde muss ich doch zugeben, dass ich dort noch beeindruckter war. Dieser Turm ist wirklich verdammt schief und ich stand einfach nur davor und war erstaunt, wie so etwas überhaupt möglich ist. Jeder kennt den schiefen Turm von Pisa und man hat ihn schon unzählige Male gesehen aber real davor zu stehen, ist einfach unbeschreiblich. Das war für mich der Moment, der mir am meisten in Erinnerung bleiben wird.

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Zum Ende unseres Urlaubes waren wir dann noch in Bolgheri, ein Ortsteil von Castagneto Carducci in der Provinz Livornos. Dort sind wir die Strada del Vino entlang geschlendert und haben uns von der traumhaften Landschaft beeindrucken lassen. Auf der Weinstraße reihen sich namhafte Kellereien wie die Ornellaia aber auch kleine Weingüter wie die Fattoria Terre del Marchesato aneinander. In letzterem haben wir eine Weinprobe mit Führung durch den Weinkeller und die Reben gebucht.

Es war ein sehr idyllischer Ort, der unheimlich viel Ruhe und Gelassenheit ausstrahlte. Aber auch die Mitarbeiter des kleinen Familienbetriebes waren so voller Lebensfreude und man hat ihnen angemerkt, dass sie mit purer Begeisterung und Leidenschaft ihrem Lebenswerk nachgehen. Unsere Führung wurde von Serena geleitet, einer netten jungen Frau, die sich viel Mühe gegeben hat, damit wir diesen Ort fühlen konnten.

Serene hat uns die Reben und den Weinkeller gezeigt und uns dabei alles zur Herstellung deren Weine erklärt. Im Anschluss hatten wir eine private Weinverkostung. Den kompletten Aufenthalt hatte ich nicht einmal das Gefühl, dass man uns hier einfach nur irgendwie etwas verkaufen will. Ganz im Gegenteil, ich war überrascht als der Senior noch zu uns kam und von seinem Vater erzählte und ganz stolz war als wir ihm bestätigten, dass seine Weine uns schmeckten. Wenn ihr in der Nähe seid, ich kann dieses Weingut wirklich sehr empfehlen.

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Kurz nach unserem Besuch im Bolgheri mussten wir uns auch schon wieder von der Toskana verabschieden. Wie immer, ist mir der Abschied von Italien sehr schwer gefallen, die einzige Freude war die Übernachtung am Vierwaldstättersee. Hier hatten wir ein schnuckeliges Hotel in Weggis mit Blick auf den See gebucht und wollten den schönen Urlaub feierlich mit einem Abendessen im Seehotel Gotthard beenden. Und es war wirklich der krönende Abschluss eines tollen Urlaubes. Neben dem schönen Panorama, war das Essen der absolute Hammer. Zum Hauptgang gab es ein Mistkratzerli mit Pilzrisotto und gedünstetem Gemüse und zum Nachtisch ein Schoggi-Küchli aus der hauseigenen Patisserie mit Vanilleeis und Sahne. Es war so unglaublich lecker, ich sage euch, ich war im siebten Himmel. Aber so schön es in Weggis auch war, ein steht fest, die Toskana konnte es nicht übertreffen.

Mein geliebtes Italien, mein Herz gehört dir!

Sehnsüchtige Grüße,
eure Graziella ♥
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{übertragene Kommentare}

  • Svenja (Sonntag, 04. Oktober 2015 22:02)

    Du solltest einen Reiseblog machen, das Schreiben liegt dir 🙂

  • Heiko (Sonntag, 04. Oktober 2015 15:12)

    Nach diesem Bericht muss man ja unbedingt in die Toskana reisen! Toll geschrieben und mit guten Tipps. Danke!

One thought on “Toskana – zauberhafte Schönheit, leckeres Essen und gute Weine

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