Mein Gartenjahr 2019: Anbaukalender April & das erste Umtopfen

Mein Gartenjahr 2019: Anbaukalender April & das erste Umtopfen

Print Friendly, PDF & Email

Ihr Lieben, im zweiten Teil meiner neuen Garten-Serie habe ich den Anbaukalender April sowie alles rund um das Thema Pikieren für euch. Wie bereits erwähnt, ist dies mein erstes Jahr als Hobbygärtnerin und bisher ist alles richtig gut gelaufen. Alle ausgesäten Gemüsesorten haben ordentlich gekeimt und selbst wenn das ein oder andere Schälchen in meinem Anzuchthaus leer geblieben ist, habe ich doch mehr Pflanzen, als ich überhaupt in meinen Beeten einsetzen kann. Gerade der Salat ist so zahlreich gewachsen, dass dieser am dringendsten pikiert werden muss. Auch wenn das eine mühsame Angelegenheit ist, muss sie ganz dringend gemacht werden, sobald die Sämlinge nach den zwei Keimblättern die ersten beiden Pflanzenblätter gebildet haben. Ansonsten stehen sich die zarten Pflänzchen quasi selbst im Weg und kämpfen um jeden Nährstoff, den sie bekommen können.

Pikieren bedeutet nichts anderes, als die Sämlinge zu vereinzeln und umzusetzen. So bekommen sie mehr Platz und Licht zum Wachsen und können stärkere Wurzeln bilden. In meinem Fall bekommen sie zudem nun Anzuchterde und ein wenig Bio Klee*, da die Quelltabletten* die hungrigen Pflanzen nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen versorgen. Habt ihr bereits in Anzuchterde vorgezüchtet, könnt ihr sie nun in Blumen- oder Kübelerde umsetzen.

Das Pikieren ist an sich recht einfach. Ihr benötigt dazu einen Pikierstab oder Schaschlik-Spieß, jede Menge Blumentöpfe, die entsprechende Erde und etwas Geduld und Feingefühlt. Ich habe einen Teil in schicke, kleine Tontöpfe* gepflanzt, da ich diese später im Beet als Pflanzenschilder nutzen möchte. Die restlichen habe ich in abbaubare Anzuchttöpfe* verfrachtet, die man später genauso in die Erde graben kann. Diese Fasertöpfe sind biologisch abbaubar und umweltfreundlich und ermögliche zudem eine schnellere Wasseraufnahme und -retention.

Zum Pikieren müsst ihr mit dem Stab vorsichtig unter die Wurzel stechen und die Pflänzchen möglichst einzeln, mit möglichst vielen Haarwurzeln aus der Erde heben, dies möglichst ohne die Hauptwurzel zu beschädigen. Die Sämlinge solltet ihr dabei nur an den Blättern festhalten, da die Stiele zu empfindlich sind. Habt ihr mehreren Pflanzen an einem Wurzelballen müssen die Sämlinge getrennt werden und dabei welke Pflanzen aussortiert werden.

Nun könnt ihr die einzelnen Pflänzchen in je einen der mit Erde gefüllten Töpfe setzen. Hier gilt allerdings für jedes Gemüse eine andere Regel. Während man Gurken, Bohnen oder Zucchini genauso einpflanzt, wie sie im Anzuchthäuschen gewachsen sind, setzt man beispielsweise Tomaten so unter die Erde, dass die beiden Keimblätter darauf aufliegen. So können sich an den langen Stängeln zusätzliche Wurzeln bilden, die der Pflanze später genug Stabilität geben, um die schweren Früchte zu tragen. Gleiches gilt auch für Wirsing, Rot- und Rosenkohl. Bei Knollengemüse wie Kohlrabi oder Fenchel, wird bis kurz vor den Keimblättern eingepflanzt. Hier dürfen die Blätter den Erdboden zur Knollenbildung nämlich nicht berühren.

Auch wenn ich im März schon einiges gesät habe, bietet der April ebenfalls einige Möglichkeiten. Gut, dass der erste Schwung umgezogen ist, wodurch nun die Zucchini und der Rosenkohl in die Anzuchthäuser ziehen durften. Weil noch Platz war, habe ich zudem ein paar Sonnenblumenkerne in die Quelltabs gesteckt und bin gespannt, was sich da tun wird. Auch im Hochbeet habe ich nun meine Direktsaat vorgenommen und rote Bete, rote Zwiebeln, bunte Möhren und eine Radieschen-Mischung in die Erde gesteckt. In der Tabelle zum Anbaukalender April seht ihr, was in diesem Monat noch so alles gut ausgesät werden kann.


Anbaukalender April

Vorkultur unter Glas:Direktsaat im Freien: Ernte:
ArtischockenBärlauchBärlauch
AuberginenBlumenkohlFeldsalat
BasilikumBohnenHonigkraut
BohnenBorretschKresse
BrokkoliErbsenRadieschen
ChinakohlFeldsalatRhabarber
EstragonFrühlingszwiebelRote Bete
GurkenKarottenSpargel
KarottenKnoblauchSpinat
KartoffelnKnollensellerieSteckrübe
KerbelKresse
KorianderLauchzwiebel
KürbisseMangold
LauchzwiebelPastinake
LavendelPetersilie
MaisRadieschen
MangoldRotkohl
OreganoSalate
Pak ChoiSchalotte
PortulakSellerie
RhababerSpinat
RosenkohlSteckrübe
RosmarinTopinambur
SalateWeißkohl
ThymianWirsing
ZucchiniZwiebeln


Es gibt eine Vielzahl an Möglichkeiten und da man unmöglich alle Gemüsesorten pflanzen kann, habe ich mich in diesem Jahr für das Gemüse entschieden, was ich am liebsten mag. Das war nicht ganz so klug, denn ich finde den Aufwand bei manchen Gemüsesorten einfach viel zu hoch. Da züchtet man sich 12 Wochen seinen Salat vom Samen und hat dann einen Ertrag von vielleicht sechs Köpfen. Da man gewisse Reihenabstände im Beet einhalten muss, steht mir nämlich gar nicht mehr so viel Platz zur Verfügung, wie ich am Anfang dachte. Daher werde ich im nächsten Jahr lieber Pflanzen wählen, die man über einen längeren Zeitraum ernten kann, wie Tomaten, Bohnen, etc. Oder Gemüse, dass man gut einkochen kann, wie Gurken, Rotkohl, usw.

Ihr Lieben, ist es nicht schön zu sehen, wie das Gemüse Tag für Tag wächst? Mein erster Weg am Morgen führt nun immer direkt in das Erdgeschoss zu meinen Babys. Dann wird alles genauestens inspiziert und nach Wasser- sowie Lichtbedarf geschaut. Ich freue mich schon, wenn nächsten Monat alle ins Freie umziehen dürfen. Dann erzähle ich auch etwas über die Beetplanung in der Mischkultur und die Einhaltung von Fruchtfolgen. Wie sieht es denn aktuell in euren Anzuchthäuschen und Frühbeeten aus?

Liebe Grüße,
eure Graziella ♥
.

.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.