Mein Gartenjahr 2019: Beetplanung, Mischkultur und Fruchtfolgen

Mein Gartenjahr 2019: Beetplanung, Mischkultur und Fruchtfolgen

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Ihr Lieben, ich hatte euch ja im letzten Beitrag bereits kurz etwas über die Mischkultur erzählt. Diese sehr alte Methode Gemüse anzubauen hilft dabei, einer „Bodenmüdigkeit“ vorzubeugen. So werden Pflanzen mit unterschiedlichen Eigenschaften und Bedürfnissen gemischt angebaut, wodurch sie sich gegenseitig begünstigen. Zudem wird es Krankheiten oder Pilzen erschwert, die Pflanzen zu befallen. Die verschiedenen Gewächse einer Mischkultur entnehmen dem Boden unterschiedliche Nährstoffe und geben selber verschiedene Substanzen aus ihrem Stoffwechsel an den Boden ab. Da die Pflanzen sich zudem noch aus unterschiedlichen Bodenschichten damit versorgen, ermöglicht dies eine gleichmäßigere Nährstoffnutzung. Wie ihr seht, gemeinsam wächst es sich in vielen Fällen also besser.

Allerdings gilt dies nicht für jede Verbindung, denn wie so oft im Leben, gibt es auch hier ein fettes Aber. Denn manche Pflanzen gehen ein oder verkümmern, wenn sie nebeneinander wachsen sollen. Zudem gibt es Pflanzenkombinationen, die sich die Nährstoffe rauben oder es den Schädlingen einfach machen, befallen zu werden. Sehr empfindlich ist hier der Kohl, weshalb man verschiedene Kohlsorten nie im selben Beet anbauen sollte. Ich persönlich habe zwar in meinem Bodenbeet den Rotkohl und den Wirsing nebeneinander platziert, sie werden aber durch knapp 80 cm Gehweg aus Rindenmulch voneinander getrennt. Bisher funktioniert es ganz gut, mal sehen, wie sie sich noch entwickeln. 

Mein Gartenjahr 2019: Beetplanung, Mischkultur und Fruchtfolgen

Bevor ihr ans Auspflanzen oder -säen geht, solltet ihr euer Beet erst einmal auf dem Papier planen. Malt euch dazu zunächst das Beet auf und teilt es in die einzelnen Parzellen ab. Nun schreibt ihr euch alle Gemüsesorten auf, die ihr dort wachsen lassen möchtet. Mithilfe von Fachzeitschriften, Büchern oder Mr. Google, könnt ihr nun für jedes eurer Gewächse die passenden Nachbarn raussuchen. Nun gilt es, alles so zu kombinieren, dass es passt. Wenn man (wie ich) gleich eine Vielzahl an Gemüse pflanzen will, ist das eine mühselige Angelegenheit.

Nehmt euch also Zeit, setzt euch auf die Couch und trinkt einen Kaffee oder Tee dabei. Im Nächsten Jahr wird’s dann schon leichter, weil man ein wenig den Überblick gewinnt. Um es euch etwas einfacher zu machen, habe ich euch eine kleine Liste meiner Recherchen zusammengestellt. Hier ist in erster Linie das Gemüse aufgeführt, das ich selbst angebaut habe oder im nächsten Jahr anbauen möchte. Auch wenn sie sehr umfangreich ist, seid bitte nachsichtig mit mir, dass da einiges fehlt.


Mischkultur – Wer kann mit wem?

PflanzenartGute NachbarnSchlechte Nachbarn
AubergineKohlrabi, Radieschen, SpinatBrokkoli, Blumenkohl, Erbsen, Gurken
BasilikumTomaten/
BlumenkohlSalat, Erbsen, Bohnen, Tomaten, Sellerie, MöhrenErdbeeren, Kohlrabi, Zwiebel
BohnenSalat, Erdbeeren, Brokkoli, Mais, Blumenkohl, rote BeteFenchel, Knoblauch, Erbsen
BrokkoliSalat, Erbsen, Bohnen, Tomaten, FenchelErdbeeren, Kohlrabi, Zwiebel
DillBohnen, Erbsen, Kohl, Möhren, Salat, rote Bete/
ErbsenKohlrabi, Salat, Radieschen, Fenchel, MöhrenBohnen, Lauch, Kohl, Tomaten, Zwiebeln
ErdbeerenKnoblauchKohl
FenchelGurken, Erbsen, SalatBohnen, Tomaten
GurkeBohnen, Erbsen, Fenchel, Kohl, Salat, Zwiebel, MaisTomaten, Radieschen, Rettich
KohlrabiBohnen, Erbsen, Salat, Spinat, Tomaten, MöhrenBrokkoli, Blumenkohl, Rucola
KürbisBohnen, Salate, Zwiebeln/
MaisBohnen, Gurken, Salat, Kürbis, Tomaten, ZucchiniRote Bete, Sellerie
MöhrenDill, Erbsen, Mangoldrote Bete
PaprikaBasilikum, Tomaten, Kohlrabi, Salat, Blumenkohl, BrokkoliErbsen, Fenchel, rote Bete
PetersilieTomaten, Erdbeeren, ZucchiniSalat, Sellerie
RadieschenBohnen, Erbsen, Kohl, Mangold, Möhren, Petersilie, Salat, Spinat, TomateGurken, Chinakohl
RosenkohlPorree, Sellerie, Dill, Gurken, Spinatandere Kohlsorten, Radieschen
Rote BeteBlumenkohl, Brokkoli, Wirsing, Bohnen, Gurken, Kohlrabi, SalatMöhre, Mangold, Spinat, Mais
RotkohlSellerie, Zwiebel, Tomateandere Kohlsorten
SpinatKohl, Radieschen, Tomatenrote Bete
TomatenBasilikum, Petersilie, Mais, Sellerie, Radieschen, Wirsing, RotkohlBrokkoli, Blumenkohl, Erbsen, Gurken,
WirsingPorree, rote Bete, Sellerie, Spinat, Tomaten, Möhrenandere Kohlsorten
ZucchiniBohnen, Erbsen, Salat, Mais, Zwiebel/
ZwiebelnMöhren, rote Bete, SalatLauch


Eine andere Strategie ist die Fruchtfolge bzw. der Vier-Jahres-Plan für eine gute Ernte. Während es bei der Mischkultur darum geht, welche Pflanzen als Nachbarn voneinander profitieren, geht es bei der Fruchtfolge um die Kulturen auf einem Beet über Jahre hinweg. Neben dem Nährstoffbedarf der Pflanzen sind auch die Familienzweige zu beachten, um eine gute Fruchtfolge zu gewährleisten. So sollten Kreuzblütler (wie Kohl oder Radieschen), Nachtschattengewächse (wie Tomaten oder Kartoffeln), Rosengewächse (wie Erdbeeren oder Himbeeren) und Doldenblütler (wie Dill oder Fenchel) nicht Jahr für Jahr an derselben Stelle wachsen. Auch hier beugt diese Art Gemüse anzubauen Krankheiten und Schädlingsbefall vor.

Nehmen wir beispielsweise die Kohlhernie, die mehrere Jahre im Boden überdauern kann. Hatte man also im Vorjahr Probleme mit dieser Krankheit und pflanzt dennoch immer an derselben Stelle seinen Kohl an, werden die Pflanzen sehr wahrscheinlich auch in jedem Jahr daran erkranken. Als kleine Hilfestellung habe ich euch eine Tabelle erstellt. Natürlich sind auch hier nicht alle Gemüsesorten aufgeführt, die Tabelle gibt aber dennoch einen guten Überblick.


Fruchtfolge – der Vier-Jahres-Plan für eine gute Ernte!

StarkzehrerMittelzehrerSchwachzehrer
AubergineChicoréeBuschbonen
BlumenkohlChinakohlErbsen
ChiliDicke BohnenErdbeeren
ChinakohlEndivieErdkastanie
GurkenErdbeerenFeldsalat
KartoffelnFenchelGartenkresse
KnollensellerieKnoblauchKräuter
KürbisKohlrabiMangold
LauchLauchPortulak
MaisMöhrenRadieschen
MelonenPastinakeRucola
Pak ChoiPetersilieSpinat
PaprikaRadicchioTopinambur
RosenkohlRettich
RotkohlSalat
StangensellerieStangenbohnen
TomatenZuckerhut
WeißkohlZwiebeln
Zucchini


Hilfreich ist zudem eine Gründüngung. Die gibt dem Beet wichtige Nährstoffe zurück, lockert ihn und hält die Pflanzen gesund. So können auch bessere Erträge bei weniger Düngereinsatz erreicht werden. Um den bestmöglichen Ertrag zu haben, könnt ihr schon im ersten Jahr mit der Gründüngung anfangen. Hierfür eignen sich beispielsweise Lupinen, die in der Blütezeit auch noch sehr hübsch aussehen. Im zweiten Jahr folgen nun die Starkzehrer wie Tomaten, Zucchini oder Kürbis. Im dritten Jahr geht es mit den Mittelzehrern wie Möhren, Mangold oder Fenchel weiter und im vierten Jahr können dann Schwachzehrer wie Radieschen, Bohnen oder Zwiebeln eingepflanzt werden. Im fünften Jahr folgt dann wieder eine Gründüngung, im sechsten Jahr die Starkzehrer und das geht dann immer so weiter.

Alternativ kann man auch mit den Starkzehrern beginnen und im vierten Jahr dann die Gründünnung vornehmen. So habe ich es in meinem Bodenbeet auch gemacht, weil ich nicht noch ein Jahr warten wollte. Allerdings muss dann zusätzlich gedüngt werden. Ich verwende dazu Bio-Klee, den man leicht in den Boden einarbeitet und der über Wochen hinweg Nährstoffe abgibt. Ich überlege, das Bodenbeet im nächsten Jahr durch ein Hortensien-Feld auszutauschen, da es ein Gewächshaus geben soll und ich da auch lieber in die Mischkultur gehe. Ist für einen kleinen Garten einfach leichter in der Handhabung. Wie sieht es bei euch aus, habt ihr ein Hochbeet, ein Bodenbeet oder ein Gewächshaus und baut ihr auch lieber in Mischkultur an?

Liebe Grüße,
eure Graziella ♥

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