„Delicious Saarland“: Von Flusschleifen, Stadtgärten und Sternerestaurants

„Delicious Saarland“: Von Flusschleifen, Stadtgärten und Sternerestaurants

Ihr Lieben, mittlerweile habe ich euch schon oft genug vorgeschwärmt, wie verliebt ich in unser herrliches Land bin. Ich stelle immer und immer wieder fest, dass man gar nicht so weit in die Ferne reisen muss, um vom Alltag entfliehen zu können und ein paar entschleunigende Tage zu erleben. Zugegeben, das Saarland hatte ich bis vor ca. zwei Monaten nicht auf meiner Reiseziel-Liste, nach ein paar wundervollen Tagen die ich im kleinsten Bundesland Deutschlands verbringen durfte, stehet für mich fest: Das war mit Sicherheit nicht mein letzter Besuch im Saarland. Warum? Das möchte ich euch jetzt ganz ausführlich erzählen.

Puh, einen Anfang zu finden ist echt schwer. Die Bloggerreise „Delicious Saarland“ war tatsächlich eine der Reisen, bei denen mir von A bis Z einfach alles gefallen hat. Ich durfte so viele schöne Sachen erleben, so viele liebe Menschen kennenlernen und soooo gut essen. Das Motto der Saarländer „hauptsach gudd gess“ kommt schließlich nicht von ungefähr. In keinem anderen Bundesland ist die Michelin-Sterne-Dichte pro Kopf so hoch wie hier. Auch die Liebe für die Region und deren Produkte ist erstaunlich. Und ganz nebenbei ähnelt der saarländische Dialekt sehr stark dem hessischen – finde ich jedenfalls. Und dann ist da noch die wohl schönste Flussschleife der Welt…


Copyright: Eike Dubois / Tourismus Zentrale Saarland

Grund der Reise war ein kleine Challenge unter Bloggern, die von der Tourismus Zentrale Saarland organisiert wurde. Laura von Herz an Hirn, Dirk vom Gourmet Blog und ich sollten teils gemeinsam, teils alleine, alle Facetten des Saarlands kennenlernen und dabei verschiedene Aufgaben lösen. Begonnen haben wir bei einem Pralinenseminar im Café Resch. Hier sollten wir unsere eigenen Pralinen kreieren, was für mich eine wahre Herausforderung war. Ihr wisst ja, ich habe es nicht so mit der Zubereitung von Süßspeisen und war deshalb am Ende echt mega stolz, als ich meine kleinen Schätze endlich vernaschen durfte und sie auch noch lecker waren. Ok, ich muss zugeben, dass die Füllung vom Profi kam, aber das Befüllen und Verzieren war schließlich die größte der Herausforderung.

Das Café Resch in Eppelborn wird bereits in der dritten Generation von der Familie geführt. Im Stil der 60er Jahre eingerichtet, sind die Polstersessel, Holzvertäfelungen und Blümchentapeten Zeugen einer langen Geschichte der Confiserie, die keinesfalls alt und eingestaubt wirkt, sondern sehr authentisch und herzlich ist. Viele der über 100 Pralinen und Trüffel wurden auf nationalen Wettbewerben ausgezeichnet. Ein Besuch bei Familie Resch lohnt sich, denn auch die Kuchen und Torten sind himmlisch gut.

Nach dem Pralinenseminar hatte jeder etwas Zeit für sich. So bin ich den 1.200 Meter langen Baumwipfelpfad entlang zum schönsten Aussichtspunkt im ganzen Saarland gelaufen. Beeindruckend war dabei aber nicht nur die Sicht, denn auch der Weg bis zur Aussichtsplattform ist spektakulär. Vorbei an den Baumkronen riesiger Buchen und Eichen, geht es bis über 40 Meter hoch hinaus. Oben angekommen, wird man mit einem Blick auf die berühmte Saarschleife und die faszinierende Landschaft des Naturparks Saar-Hunsrück belohnt.

Am Abend ging es in das Landhotel Saarschleife, wo uns ein außergewöhnliches Abendessen erwartete. Das kulinarische Versprechen des Landhotels und des hauseigenen Restaurants ist eine kreative Küche mit ökologischer Nachhaltigkeit zu fairen Preisen und frischen Zutaten von lokalen Erzeugern. Im hübschen Hotelgarten stand eine feurige Überraschung für und parat, denn wir sollten bei einem Kochkurs in die Kunst des Schwenkens eingeführt werden. Das Grillen auf einem beweglichen Grill über offenem Feuer gehört zum Saarland, wie das Amen in der Kirche. Neben einem ordentlichem Wurstring, Apfelmus und einer wahnsinnig leckeren Biersauce, landeten auch die berühmten Dibbelabbes auf dem Schwenker. Dabei mögen es die Saarländer gerne etwas salziger, was aber dank dem leckeren Wein vom Bioweingut Ollinger-Gelz nicht ganz so schlimm war.

Nachdem wir am ersten Tag gemeinsam unterwegs waren, hatten wir am nächsten Morgen unterschiedliche Aufgaben erhalten. Beim ersten Blick auf unsere Challenge-Karten, war ich über meine Aufgabe sehr glücklich. Während die anderen beiden nämlich ganz langweilig Einkaufen und Brotbacken sollten, durfte ich Fische fangen. So wurde ich nach einem ausgiebigen und sehr leckeren Frühstück im Landhotel Saarschleife von Marc vom Forellengut Rosengarten abgeholt. Marc hat sich ganz viel Zeit für mich genommen und mir mit einer sehr ansteckenden Begeisterung sein ganzes Reich gezeigt.

Das Forellengut befindet sich in einem Seitental der Saar, ca. 24 km von Trier entfernt. Auf einer Fläche von 6,5 Hektar liegen 30 Teiche die von Regenbogen- und Bachforellen sowie Saiblingen bewohnt werden. Auch Störe, Barsche und Zander sind in den Teichen anzutreffen. Im eigenen Fischladen können Räucherfische, Fischpasteten, Salate oder  Fischsuppen erworben und genossen werden.

Den ersten Teil meiner Aufgabe, einen Fisch zu fangen, auszunehmen und zu filetieren, hatte ich natürlich mit Bravour gemeistert. Für den zweiten Teil ging es weiter zu Markus und Theresia vom Landhaus Wern’s Mühle. Die beiden sind sehr herzliche und liebe Menschen. Das Restaurant ist sehr authentisch eingerichtet und die Küche super lecker. 2018/19 wurden sie sogar zu Saarlands Genuss Gastwirt ausgezeichnet. In Markus moderner Restaurantküche haben wir die Seiblinge aus dem Forellengut auf der Haut kross gebraten und zu Bohnen, Kartoffeln und einer leckeren Weißweinsauce serviert. Extra für mich, weil ich Weißwein so gar nicht mag, gab es sogar einen super leckeren Rotwein, der perfekt zu dem Fischgericht passte.

Zum krönenden Abschluss eines wunderbaren Tages, haben wir uns alle im Barrique, das Sternerestaurant des Hämmerle´s, getroffen, um gemeinsam zu kochen und über unsere Erlebnisse zu plaudern. Küchenchef und Sternekoch Cliff Hämmerle legt großen Wert auf hochwertige Produkte aus der Umgebung. Deshalb verwendet er bei der Zubereitung der Gerichte naturbelassene Produkte aus dem heimischen Bliesgau.

Eigentlich war hier die Aufgabe, gegen den Sternekoch anzutreten und ein Menü zuzubereiten. Wir haben aus dem Wettbewerb allerdings einen gemeinsamen Kochabend gemacht und zusammen den Amuse-Bouche zubereitet. Später servierte Cliff uns weitere Leckereien wie ein Carpaccio von der Mango mit Ziegenkäse, Thunfisch und Avocado, ein rosa gebratenes Reh mit Topinambur, Kartoffeln und Möhren sowie ein himmlisches Dessert aus Rotweinsorbet, Mokka-Törtchen und Schokoladen-Mouse, um nur drei der sechs Gänge aufzuzählen. Auch wenn ich absolut nicht hungrig war, hätte ich von allen Speisen das doppelte essen können. Naja, ihr wisst schon, „hauptsach gudd gess“.

Am nächsten Tag mussten wir früh aus den Federn, um unserer nächsten Challenge entgegen zu treten. Auf dem Stadtbauernhof Saarbrücken sollten wir nämlich essbare Blüten finden. Der Stadtbauernhof ist ein kulinarischer und geselliger Treffpunkt für Jung und Alt. Das Team des Bauernhofs hat es sich zur Aufgabe gemacht, gesunde und frische Nahrungsmittel mitten in der Stadt erlebbar zu machen. In dem solidarischen Landwirtschaftsbetrieb steht der ökologische Anbau von Obst und Gemüse im Vordergrund. So findet man hier neben essbaren Blüten, Zucchini, Tomaten, Paprika & Co. beispielsweise auch Honigmelonen. Für Neugierige gibt es Hofführungen und Hobbygärtner können an verschiedene Gärtner-Workshops teilnehmen.

Mit unseren essbaren Blüten bewaffnet, ging es in das nächste Sternerestaurant. Wie sollte es auch anders sein, wir konnten ja unmöglich mit „leerem“ Magen abreisen. Im Herzen von Saarbrücken verwöhnt Küchenchef Silio Del Fabro die Gäste des Esplanade mit einer modern interpretierten, klassischen französischen Küche, die er mit tagesfrischen saisonalem Gemüse vom Stadtbauernhof Saarbrücken verfeinert. Dabei schnuppert das Esplanade erst seit März 2019 an der Sternenluft.

Dass diese Auszeichnung mehr als verdient ist, bewies ein hervorragendes Mittagsmenü, dass mir den Abschied vom schönen Saarland nur noch schwerer machte. Unsere Blüten wurden dabei in einem Salat verarbeitet, den man unmöglich als solchen bezeichnen konnte. Ein Kunstwerk aus Gemüse, Blüten, Pinienkernen und Avocado machten aus dieser Vorspeise einen wahren Gaumenschmaus. Zum Hauptgang gab es eine saftige Maispoularde mit Zwiebeln, Risotto und Sauce Bernaise und zum Dessert verwöhnte uns Silio mit einer Variation der Kirche.

Nach diesem wundervollen Lunch ging es wieder zurück an den Edersee. Dabei hatte ich die Zugfahrt genutzt, um mir über die letzte Challenge Gedanken zu machen. Wir sollten nämlich ein Rezept entwickeln, dass uns an die Kulinarik des Saarland erinnert. Und so sehr mir die hervorragende Sterneküche mit den vielen leckeren Gerichten gefallen hat, ist mir doch ein ganz besonderes, gut bürgerliches Gericht in Erinnerung geblieben. Wahrscheinlich liegt es an dem lustigen Namen, aber es mussten halt einfach Dibbelabbes werden. Daher Bühne frei für meine ganz persönliche Version des „Saarländer Nationalgerichts“:

Rezept: Kartoffelpfanne nach Dibbelabbes-Art

Für 2 Personen:
500 g festkochende Kartoffeln
100 g geräucherter Bauchspeck

1/2 Stange Lauch
1 Zwiebel
1 Ei
1 Apfel
2 Zweige Petersilie
3 EL Butter

etwas Muskat
Salz & Pfeffer

Zubereitung:
Kartoffeln schälen, fein reiben und in einem Küchentuch auspressen, damit sie eine trockene Masse bilden. Petersilie waschen, trocknen und fein hacken. Lauch putzen und in Ringe schneiden. Zwiebel abziehen und würfeln. Speck in feine Streifen schneiden. Apfel wachen, trocknen, halbieren und entkernen. Eine Hälfte würfeln, die andere Hälfte anderweitig verwenden.

Ein EL Butter erhitzen und darin Lauch, Zwiebeln, Apfel und Speck ca. 5 Minuten anschwitzen. In der Zwischenzeit Kartoffelmasse, Petersilie und Ei in eine Schüssel geben, miteinander vermengen und mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken. Die restliche Butter in einer neuen Pfanne erhitzen und die Masse portionsweise darin kross anbraten. Sobald die Kartoffelpuffer gar sind, die Zutaten aus der anderen Pfanne darüber geben, alles erhitzen und sofort servieren. 

Ihr Lieben, auf der Seite der Tourismus Zentrale Saarland habt ihr ab dem 4. Oktober 2019 die Chance, ebenfalls eine Kurzreise ins wundervolle Saarland zu gewinnen. Dazu müsst ihr euch nur die Beiträge der anderen beiden Blogger durchlesen und dem für euch schönsten Artikel eure Stimme geben. Ich wünsche euch viel Glück und freue mich natürlich, wenn ihr für meinen stimmt 😉

Liebe Grüße,
eure Graziella ♥
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Herzlichen Dank an die Tourismus Zentrale Saarland für die Einladung. Mein Artikel bleibt davon allerdings unbeeinflusst und gibt meine eigene Meinung wieder. 

2 thoughts on “„Delicious Saarland“: Von Flusschleifen, Stadtgärten und Sternerestaurants

  • 2. Oktober 2019 um 10:13
    Permalink

    Hallo Graziella,
    das freut mich, dass es dir in meinem Heimatbundesland so gut gefallen hat.

    Gruß Volker

    Antwort
    • 7. Oktober 2019 um 8:20
      Permalink

      Hallo lieber Volker,

      jaaa, das hat es. Es war ein super Kurztrip und ich bin vom Saarland total begeistert.

      Liebe Grüße,
      Graziella

      Antwort

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